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Chronologie des russischen Überfalls auf die Ukraine
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Dieser Artikel beschreibt eine aktuelle kriegerische Auseinandersetzung. Die Informationen können sich deshalb rasch ändern.
Diese Übersicht ist eine Chronologie des russischen Überfalls auf die Ukraine ab dem 24. Februar 2022. Sie informiert über die wichtigsten Ereignisse seit der russischen Invasion der Ukraine.
Inhaltsverzeichnis
1 Überfall und russischer Rückzug von Kiew und dem Norden der Ukraine (Februar bis April 2022)
2 Russische Offensive im Donbas (Mai und Juni 2022)
3 Stillstand und Stellungskrieg (Juli und August 2022)
4 Ukrainische Offensiven im Süden und Osten (September und Oktober 2022)
5 Befreiung der Stadt Cherson und russische Luftkampagne gegen Infrastruktur (November und Dezember 2022)
6 Russische Angriffe an der Frontlinie (Januar und Februar 2023)
7 Verlauf (ab März 2023)
7.1 1. März
7.2 2. März
8 Weblinks
9 Einzelnachweise
Überfall und russischer Rückzug von Kiew und dem Norden der Ukraine (Februar bis April 2022)
→ Hauptartikel: Krieg im Donbas, Russischer Überfall auf die Ukraine 2022 und Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, Februar bis April 2022
Um die Regierung der Ukraine zu stürzen, versuchten die russischen Streitkräfte am 24. Februar 2022 eine Luftlandeoperation auf dem Flughafen Kiew-Hostomel. Aus den abgehörten Telefonaten russischer Offiziere ging hervor, dass diese vor dem Angriff von ihren Kommandeuren dazu aufgefordert wurden, ihre Paradeuniformen für die Siegesparade in Kiew einzupacken.[1] Die Truppen konnten aber zunächst keine Kontrolle über den Platz erringen. Bodentruppen rückten derweil aus mehreren Stoßrichtungen rasch von Belarus aus nach, dennoch und trotz einer anfänglichen Überzahl von geschätzt 12:1[2] geriet der Vormarsch schon nach wenigen Tagen ca. 30 km vor Kiew ins Stocken. Nach wochenlanger Umklammerung der Stadt von Norden, Westen und Osten musste Russland den Versuch der Eroberung Kiews Ende März aufgeben. Beim Abzug der russischen Truppen aus allen zuvor eroberten Gebieten nördlich von Kiew und Charkiw offenbarten sich Kriegsverbrechen an Zivilisten wie jene in Butscha.
Im Osten der Ukraine, wo bei Kriegsbeginn entlang der seit 2015 bestehenden Kontaktlinie etwa die Hälfte der ukrainischen Armee lag,[2] konnten die ukrainischen Truppen ihre Stellungen vor Donezk den ganzen März und April durchgehend halten, zudem die nahe der russischen Grenze liegende Großstadt Charkiw, die in der um sie geführten Schlacht erheblich zerstört wurde. Zwischen Donezk/Luhansk und Charkiw liegende Gebiete wurden von Russland besetzt. Beim Brückenkopf von Isjum wollte Russland eine Großoffensive starten, um die ukrainischen Truppen einzukesseln, doch kam der Vormarsch nicht voran.[3]
Noch stärker als Charkiw wurde die am Asowschen Meer liegende Hafenstadt Mariupol zerstört. Bis auf das lange belagerte Mariupol und den Südwesten der Ukraine (Oblast Odessa und Mykolajiw) wurden alle Gebiete im Süden der Ukraine, wo seit 2014 die Einnahme einer Landbrücke von Russland zur Krim (Föderativer Staat Neurussland) befürchtet worden war, besetzt. Dazu gehörte auch die Stadt Cherson, die bereits Anfang März eingenommen worden war. In diesem Gebiet im Süden hatten keine großen ukrainischen Einheiten zum Schutz vor einer Invasion von der Krim bereit gestanden, obwohl sie im nationalen Verteidigungsplan vorgesehen waren. In der Ukraine soll untersucht werden, wie das passieren konnte.[2]
Der weitere russische Vorstoß von Cherson in Richtung Odessa war Anfang März bei Mykolajiw gescheitert. Eine amphibische Landung wurde nach der Versenkung des Flaggschiffs Moskwa Mitte April nochmals unwahrscheinlicher. Gleichwohl wurde noch Mitte April von Landverbindungen nach Transnistrien gesprochen; insbesondere das russische Militär war mit den politischen Beschränkungen der Ziele auf den Donbass unzufrieden und forderte im Gegenteil ehrgeizigere Ziele und eine Generalmobilmachung in Russland.[4][5]
Russische Offensive im Donbas (Mai und Juni 2022)
Lagebild des britischen Verteidigungsministeriums vom 1. Mai 2022
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, Mai und Juni 2022
Nach der endgültigen Eroberung von Mariupol konzentrierte sich das russische Militär im Mai und Juni auf die Einnahme von Territorien im Oblast Luhansk. Verschossen die Russen pro Tag bis zu 60.000 Artilleriegeschosse, konnten die Ukrainer mit 6.000 antworten, oft unter gänzlichem Verzicht auf eine Antwort zwecks Einsparung von Munition.[6] Im Kampf um die Stadt Sjewjerodonezk stützte sich die russische Seite auf eine Taktik der Erschöpfung. Anfang Mai hatte Russland noch versucht, mit einer Überschreitung des Flusses Siwerskyj Donez die Ukrainer einzukesseln, was zum Verlust von rund 100 schweren Fahrzeugen geführt hatte. Der Verlust von Sjewjerodonezk führte auch zum Rückzug der Ukrainer aus Solote, wo ihre Truppen seit März erfolgreich den Erstürmungsversuchen standgehalten hatten.[7] Im Raum Cherson konnte die ukrainische Armee kleinere Gebietsgewinne verzeichnen.
In den besetzten Gebieten versuchte Russland teils auch mit Desinformation die Menschen an eine neue Realität zu gewöhnen. Vereinzelt wurde von Partisanen-Aktionen in diesen Gebieten berichtet. Weiterhin beschoss Russland die Ukraine mit Fernlenkwaffen, doch Analysten stimmten darin überein, dass Russland die moderne Munition ausgehe. Darum setzte Russland wenig präzise Lenkwaffen aus der sowjetischen Zeit ein. Ein Beispiel ist der Raketenangriff vom 27. Juni in Krementschuk, als einer von zwei ungenauen Ch-22-Marschflugkörpern ein Einkaufszentrum anstelle der mutmaßlich angepeilten Baumaschinenfabrik traf.
Ende Juni zogen sich die russischen Kräfte nach verstärktem ukrainischen Beschuss von der im westlichen Schwarzen Meer gelegenen Schlangeninsel zurück; damit endete weitgehend auch der Einsatz der russischen Schwarzmeerflotte, die danach nicht weiter in Erscheinung trat und später auch von der Krim in das östliche Schwarze Meer verlegt wurde.
Stillstand und Stellungskrieg (Juli und August 2022)
Lagebild des britischen Verteidigungsministeriums vom 1. Juli 2022
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, Juli und August 2022
Anfang Juli erlangten russische Truppen nach wochenlangen Kämpfen volle Kontrolle über die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk und deren unmittelbare Umgebung. In den folgenden Wochen der Sommermonate Juli und August setzten die russischen Streitkräfte ihre offensiven Aktionen im Osten der Ukraine fort, ohne jedoch weitere größere Geländegewinne zu machen. Währenddessen kam es auf ukrainischer Seite vermehrt zum Einsatz westlicher Waffen, insbesondere der von den USA gelieferten HIMARS-Artilleriesysteme, die zunehmend militärische Ziele im Hinterland der russischen Front, u. a. Kommandostände, Munitionslager und Verpflegungspunkte, unter Beschuss nahmen. Dabei kam es auch erstmals zu Angriffen auf militärische Ziele auf der Krim, die von Russland seit deren völkerrechtswidriger Annexion im Jahr 2014 als Bestandteil des nationalen Territoriums betrachtet wird.
Unter öffentlichen Spekulationen einer möglichen ukrainischen Offensive im Raum Cherson verlegte das russische Kommando beträchtliche Truppen über den Dnepr in westliche Richtung, während die ukrainischen Streitkräfte eine systematische Zerstörung aller Flussquerungen durch Beschuss mit Präzisionsgeschossen betrieben und damit die Logistik der Russen beeinträchtigten. Ende August gingen die ukrainischen Streitkräfte in dem Frontabschnitt Cherson vermehrt in die Offensive.
Ukrainische Offensiven im Süden und Osten (September und Oktober 2022)
Lagebild des britischen Verteidigungsministeriums vom 1. September 2022
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, September und Oktober 2022
Die ukrainische Armee hielt den Druck ihrer Gegenoffensive im Raum Cherson aufrecht. Anfang September starteten die ukrainische Streitkräfte eine von kaum jemand erwartete Gegenoffensive im Raum Charkiw und konnten in wenigen Tagen erhebliche Gewinne erzielen, nachdem die russische Front bei Balaklija zusammenbrach. In wenigen Tagen konnten die Ortschaften Kupjansk, Isjum in der Oblast Charkiw befreit werden; wenig später erfolgte die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk. Im Oktober 2022 gelang den ukrainischen Truppen auch ein Vordringen in die Oblast Luhansk. Auch im Süden wurden Geländegewinne erzielt. Die strategisch wichtige Krim-Brücke über die Meerenge von Kertsch wurde am 8. Oktober 2022 durch eine oder mehrere Explosionen und einen daraus entstehenden Brand beschädigt. Dadurch wurde die Versorgung der südlichen Front um Cherson erschwert. Am 29. Oktober erfolgte seitens der Ukraine ein koordinierter Angriff mit Drohnen auf im Hafen von Sewastopol liegende Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte. Ab Ende Oktober versuchte Russland, den Konflikt einzufrieren, um Zeit zu gewinnen und den europäischen Unterstützern das Gefühl einer Aussichtslosigkeit zu vermitteln.[8] Russland griff mit Raketen und vom Iran gelieferten Einweg-Drohnen die zivile Infrastruktur des ganzen ukrainischen Hinterlandes an, wodurch nach Angaben des ukrainischen Staates mindestens ein Drittel der ukrainischen Stromanlagen zu Schaden gekommen ist. Seitdem waren zeitweise mehrere Millionen Menschen in der Ukraine vom Stromnetz getrennt, um den noch vorhandenen Teil des Stromnetzes nicht zu überlasten.[9][10][11][12]
Befreiung der Stadt Cherson und russische Luftkampagne gegen Infrastruktur (November und Dezember 2022)
Lagebild des britischen Verteidigungsministeriums vom 1. November 2022
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, November und Dezember 2022
Anfang November setzten ukrainische Truppen ihren Vormarsch auf die Stadt Cherson fort; die russischen Truppen zogen sich vom westlich des Dnepr liegenden Gebiet der Oblast Cherson zurück, so dass jener Teil der Oblast am 11. November befreit wurde. Gleichzeitig setzten die russischen Kräfte über den gesamten Zeitraum ihre Luftschläge gegen ukrainische Infrastruktur fort, indem sie in insgesamt über zehn großen koordinierten Wellen von jeweils ca. 100 Raketen und Flugkörpern gleichzeitig starteten, u. a. um die Flugabwehr zu überwältigen; die ukrainische Verteidigung, die durch westliche Waffenlieferungen verstärkt worden war, konnte jedoch eine immer größere Anzahl der Geschosse abfangen. Auf dem Terrain war das weitere Geschehen durch die herbstliche Schlammsaison gekennzeichnet, sodass Bodentruppen nur geringe Geländegewinne machen konnten. Die russischen Truppen, gestützt auf die Söldner der Gruppe Wagner, setzten ihre seit Monaten laufende Offensive gegen die Stadt Bachmut im Donbas erfolglos fort und erlitten, wie auch ukrainisches Militär, bei der Schlacht um jene Stadt hohe Verluste. Ukrainische Truppen konzentrierten ihre Bemühungen außerdem auf die Eroberung der strategischen Achse Swatowe – Kreminna in der Oblast Luhansk; sie konnten die russischen Truppen nur um wenige Kilometer zurückdrängen, standen aber Ende Dezember kurz vor Kreminna.
Russische Angriffe an der Frontlinie (Januar und Februar 2023)
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, Januar und Februar 2023
Im Winter 2022/23 griffen russische Truppen an mehreren Frontabschnitten an und gewannen die Initiative von den Ukrainern zurück – im Bereich Bachmut wurde die Kleinstadt Soledar unter Einsatz der Söldner der Gruppe Wagner eingenommen. An anderen Stellen des Frontverlaufs erlitten russische Truppen hohe Verluste ohne nennenswerte Geländegewinne, so im Bereich Wuhledar. Gleichzeitig sagten westliche Staaten der Ukraine weitere Waffenlieferungen zu, insbesondere Kampf- und Schützenpanzer westlicher Bauart.
Verlauf (ab März 2023)
1. März
Die ukrainischen Streitkräfte berichteten in der Ostukraine, dass russische Truppen bei Bachmut weiter vorrückten, russische Angriffe nordwestlich und südlich von Kreminna aber zurückgedrängt werden konnten.[13] Die Ukraine hat die Verantwortung für mehrere Drohnenabstürze seit Beginn der Woche in Russland, einige davon hunderte Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, zurückgewiesen.[14] Das finnische Parlament hat mit 184 zu 7 Stimmen für einen Regierungsvorschlag zur Gesetzgebung zum NATO-Beitritt gestimmt.[15] Recherchen der New York Times in Wuhledar, aus dessen Umgebung im Februar Bilder vieler zerstörter russischer Panzer in soziale Medien gelangten, ergaben, dass sich der russische Angriff auf die Stadt zur bisher größten Panzerschlacht des Krieges über drei Wochen im Februar ausgeweitet hatte, in der die russische Armee unterlag und große Verluste erlitt. Die ukrainische Seite schätzt, dass insgesamt 130 russische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge zerstört wurden. Die ukrainische Armee soll dabei feindliche Panzer in vorbereitete Hinterhalte gelockt und sie dort mittels Panzerabwehrwaffen, Kampfdrohnen, Panzerminen, Artillerie und HIMARS-Raketen zerstört haben. Russisch-nationalistische Militär-Blogger machten den russischen Befehlshaber in Wuhledar, Rustam Muradow, für die Niederlage verantwortlich und sehen diese, wie die New York Times und das ISW,[16] als weiteren Beweis für Inkompetenz der russischen Militärführung, die frühere taktische Fehler des Einsatzes von Panzern als ungeschützte Vorhut wiederholte, was bereits mehrfach im Krieg zur Zerstörung einer großen Anzahl russischer Panzer führte.[17][18] Ukrainische und westliche Medien sehen als weitere Ursache das eilige Ersetzen früherer Verluste durch unzureichend geschulte und unerfahrene Rekruten, die oft unter Zwang entgegen ihrer Eignung eingesetzt werden, weshalb viele Panzer erneut (wie im Mai 2022, als etwa 50 russische Kampfpanzer bei einer Überquerung des Siwerskyj Donez zerstört wurden[19]) in Kolonnenformation in Hinterhalte gefahren sein sollen.[16]
Der belarussische Präsident Aljaksandr Lukaschenka sprach sich bei einem Staatsbesuch in China mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping für einen Waffenstillstand aus. Er bekräftigte seine Unterstützung für den am 24. Februar 2023 vorgestellten Plan Chinas zur Beilegung des Krieges.[20][21]
2. März
Laut dem ukrainischen General Wiktor Nasarow übersteigt die russische Feuerkraft die der Ukraine um ein Dreifaches. Im Jahr 2022 habe jedoch noch ein deutlicheres Missverhältnis von 10:1 vorgelegen. Die Ukraine verbrauche aktuell in drei Tagen etwa 14.000 Granaten. Auch habe die ukrainische Kampfkraft seit dem letzten Jahreswechsel nochmals „erheblich zugenommen“. Von Beginn des Krieges, im Februar 2022, bis März 2023 habe sich sowohl die Truppenstärke als auch die Anzahl der Brigaden der ukrainischen Streitkräfte „in etwa vervierfacht“. Stand März 2023 verfüge das ukrainische Militär über etwa 100 Brigaden. In der Ukraine habe die Mobilisierung „nie aufgehört, sie wurde in Etappen durchgeführt“, um die Verluste zu kompensieren. Um russische Artilleriepositionen und Munitionslager zu treffen und dadurch Russlands „massiven Einsatz von Infanterie“ unwirksam zu machen, benötige die Ukraine GLSDB und ATACMS. Diese seien von „kritischer Bedeutung“ und würden „Bedingungen für weitere Offensiven“ der ukrainischen Streitkräfte schaffen. Moderne Kampfjets westlicher Bauart benötige die ukrainische Luftwaffe nach Angaben Nasarows, um den Luftraum effektiver zu schützen bzw. bestimmte russische Raketen abzufangen, die sie bisher nicht abfangen könne. Nach Angaben des Spiegel haben russische Raketen- und Drohnenangriffe im Februar 2023 „deutlich abgenommen“. Dies ist laut Nasarow auf leere Lagerbestände der russischen Streitkräfte zurückzuführen. Überreste von Raketen, die die russischen Streitkräfte nun benutzen, zeigten, dass sie „in den vergangenen Monaten“ angefertigt wurden.[22]
Bei einem russischen Raketenangriff auf ein fünfstöckiges Wohnhaus in der Stadt Saporischschja kamen nach Behördenangaben mindestens vier Menschen ums Leben, vier wurden verletzt.[23]
Weblinks
Commons: Russischer Überfall auf die Ukraine 2022 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews: Russischer Überfall auf die Ukraine 2022 – in den Nachrichten
Wikisource: Order of 16 March 2022 – Quellen und Volltexte (englisch)
Karte bzw. Übersicht des Kriegsgeschehens mit Zeitleiste diesbezüglicher Nachrichten auf liveuamap.com (mehrsprachig)
Karte zum aktuellen Kriegsverlauf inklusive Angriffsrichtungen auf deepstatemap.live (mehrsprachig)
Karte mit aktuellen Feuer- und Explosionsmeldungen der NASA (englisch)
Tägliche Zusammenfassung des Kriegsverlaufs in der Ukraine durch das ISW (englisch)
Analysen und Berichte zum aktuellen Geschehen in der Ukraine auf laender-analysen.de
Einzelnachweise
Zehn Erkenntnisse aus neun Monaten Krieg tagesanzeiger.ch, 12. November 2022.
Mykhaylo Zabrodskyi, Dr Jack Watling, Oleksandr V Danylyuk and Nick Reynolds: Preliminary Lessons in Conventional Warfighting from Russia’s Invasion of Ukraine: February–July 2022, RUSI, 30. November 2022 – relevantere Stellen bestimmt aufgrund Британский институт RUSI вместе с ВСУ выпустил доклад о первых месяцах войны, Meduza, 1. Dezember 2022
Die Ukraine erleidet ihre erste schmerzhafte Niederlage im Kampf um den Donbass. Aber es wird schwierig sein, auf dem Erfolg Russlands aufzubauen., Meduza, 24. Juni 2022
Vicious Blame Game Erupts Among Putin’s Security Forces. The Moscow Times, 27. April 2022 (englisch).
«Войска скорее имитируют, чем наступают». Nowaja gaseta. Europa, 27. April 2022.
Ukraine’s ammunition becomes defining issue in battle for Donbas, The Guardian, 27. Juni 2022
Die Ukraine erleidet ihre erste schmerzhafte Niederlage im Kampf um den Donbass. Aber es wird schwierig sein, auf dem Erfolg Russlands aufzubauen., Meduza, 24. Juni 2022
Die russischen Bodentruppen versuchen, den Krieg in der Ukraine vorerst einzufrieren, NZZ, 29. Oktober 2022
Ukraine-News am Samstag: Experten rechnen mit heimlicher Fortführung der Mobilmachung in Russland. In: Der Spiegel. 5. November 2022, abgerufen am 6. November 2022.
Wolodymyr Selenskyj: »Wir geben keinen einzigen Zentimeter unseres Landes auf«. In: Der Spiegel. 8. November 2022, abgerufen am 9. November 2022.
Liveblog: + USA und UN fordern Verlängerung von Getreidedeal +. In: tagesschau.de. Abgerufen am 3. November 2022.
Ukraine-News am Donnerstag: IAEA sieht keine Hinweise auf »schmutzige Bombe« in der Ukraine. In: Der Spiegel. 3. November 2022, abgerufen am 3. November 2022.
Institute for the Study of War. Abgerufen am 2. März 2023 (englisch).
Liveblog: ++ US-Justizminister nennt Wagner-Chef „Kriegsverbrecher“ ++. In: tagesschau.de. Abgerufen am 2. März 2023.
Finnisches Parlament stimmt deutlich für NATO-Beitritt. In: tagesschau.de. Abgerufen am 2. März 2023.
Russian Offensive Campaign Assessment, March 1, 2023. In: Institute for the Study of War. Abgerufen am 2. März 2023 (englisch).
Andrew E. Kramer: In an Epic Battle of Tanks, Russia Was Routed, Repeating Earlier Mistakes. In: The New York Times. 1. März 2023, abgerufen am 2. März 2023 (englisch).
Russlands Debakel bei Wuhledar. Aus der Todeszone gibt es kein Zurück. In: t-online.de. 3. März 2023, abgerufen am 3. März 2023.
Ukraine zerstört Bataillon auf Brücke: Russlands Desaster am Fluss Siwerskyj Donez. In: t-online.de. 12. Mai 2022, abgerufen am 2. März 2023.
Schulterschluss in Peking: Lukaschenko Gast bei Xi Jinping. In: zdf.de. 1. März 2023, abgerufen am 2. März 2023.
Fabian Kretschmer: Lukaschenko zu Besuch in China: Balztanz mit russischen Argusaugen. In: Die Tageszeitung: taz. 2. März 2023, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 2. März 2023]).
Thore Schröder: (S+) Militärberater über den Ukrainekrieg: »Wir werden keine weiteren Territorien verlieren«. In: Der Spiegel. 2. März 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 2. März 2023]).
Liveblog: ++ Deutschland will Schweizer "Leopard 2" kaufen ++. In: tagesschau.de. Abgerufen am 3. März 2023.
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Chronik des Russisch-Ukrainischen Kriegs (seit 2014)
Annexion der Krim 2014:
Wichtige
Ereignisse:
Euromaidan und diesbezügliche Vereinbarung über die Beilegung der Krise in der Ukraine | Referendum über den Status der Krim und diesbezügliche Resolution 68/262 der UN-Generalversammlung | Russische Provokation bei Kertsch 2018
Krieg im Donbas (seit 2014):
Wichtige
Ereignisse:
Kampf um Mariupol 2014 | Erste und Zweite Schlacht um den Flughafen Donezk | Abschuss von Malaysia-Airlines-Flug 17 | Schlacht um Ilowajsk | Protokoll von Minsk I und II | Kampf um Debalzewe | Hackerangriff auf die ukrainische Stromversorgung 2015
Russischer Überfall (seit 2022):
Monatliche
Chronik:
Februar bis April 2022 | Mai und Juni 2022 | Juli und August 2022 | September und Oktober 2022 | November und Dezember 2022 | Januar und Februar 2023 | seit März 2023
Wichtige
Ereignisse:
Schlacht um Kiew und Charkiw | Belagerung von Mariupol | Resolution 2623 des UN-Sicherheitsrates | Russisch-ukrainische Friedensverhandlungen seit 2022 | Resolution ES-11/1 der UN-Generalversammlung | Cherson unter russischer Besatzung | Massaker von Butscha und weitere Kriegsverbrechen | Angriff auf das Kernkraftwerk Saporischschja | Bombardierung eines Wohnquartiers in Tschernihiw | Raketenschläge auf Winnyzja im März und Juli | Bombardierung der Geburtsklinik in Mariupol | Luftangriff auf das Theater von Mariupol | Angriff auf den Bahnhof von Kramatorsk | Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in Krementschuk | Initiative für den sicheren Transport von Getreide und Lebensmitteln aus ukrainischen Häfen | Schlacht um Bachmut | Ukrainische Gegenoffensive in der Süd- und Ostukraine | Mobilmachung in Russland 2022 | Russische Annexion der Süd- und Ostukraine und diesbezügliche Resolution ES-11/4 der UN-Generalversammlung | Beschädigung der Krim-Brücke 2022 | European Union Military Assistance Mission Ukraine
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Chronologie des russischen Überfalls auf die Ukraine
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Dieser Artikel beschreibt eine aktuelle kriegerische Auseinandersetzung. Die Informationen können sich deshalb rasch ändern.
Diese Übersicht ist eine Chronologie des russischen Überfalls auf die Ukraine ab dem 24. Februar 2022. Sie informiert über die wichtigsten Ereignisse seit der russischen Invasion der Ukraine.
Inhaltsverzeichnis
1 Überfall und russischer Rückzug von Kiew und dem Norden der Ukraine (Februar bis April 2022)
2 Russische Offensive im Donbas (Mai und Juni 2022)
3 Stillstand und Stellungskrieg (Juli und August 2022)
4 Ukrainische Offensiven im Süden und Osten (September und Oktober 2022)
5 Befreiung der Stadt Cherson und russische Luftkampagne gegen Infrastruktur (November und Dezember 2022)
6 Russische Angriffe an der Frontlinie (Januar und Februar 2023)
7 Verlauf (ab März 2023)
7.1 1. März
7.2 2. März
8 Weblinks
9 Einzelnachweise
Überfall und russischer Rückzug von Kiew und dem Norden der Ukraine (Februar bis April 2022)
→ Hauptartikel: Krieg im Donbas, Russischer Überfall auf die Ukraine 2022 und Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, Februar bis April 2022
Um die Regierung der Ukraine zu stürzen, versuchten die russischen Streitkräfte am 24. Februar 2022 eine Luftlandeoperation auf dem Flughafen Kiew-Hostomel. Aus den abgehörten Telefonaten russischer Offiziere ging hervor, dass diese vor dem Angriff von ihren Kommandeuren dazu aufgefordert wurden, ihre Paradeuniformen für die Siegesparade in Kiew einzupacken.[1] Die Truppen konnten aber zunächst keine Kontrolle über den Platz erringen. Bodentruppen rückten derweil aus mehreren Stoßrichtungen rasch von Belarus aus nach, dennoch und trotz einer anfänglichen Überzahl von geschätzt 12:1[2] geriet der Vormarsch schon nach wenigen Tagen ca. 30 km vor Kiew ins Stocken. Nach wochenlanger Umklammerung der Stadt von Norden, Westen und Osten musste Russland den Versuch der Eroberung Kiews Ende März aufgeben. Beim Abzug der russischen Truppen aus allen zuvor eroberten Gebieten nördlich von Kiew und Charkiw offenbarten sich Kriegsverbrechen an Zivilisten wie jene in Butscha.
Im Osten der Ukraine, wo bei Kriegsbeginn entlang der seit 2015 bestehenden Kontaktlinie etwa die Hälfte der ukrainischen Armee lag,[2] konnten die ukrainischen Truppen ihre Stellungen vor Donezk den ganzen März und April durchgehend halten, zudem die nahe der russischen Grenze liegende Großstadt Charkiw, die in der um sie geführten Schlacht erheblich zerstört wurde. Zwischen Donezk/Luhansk und Charkiw liegende Gebiete wurden von Russland besetzt. Beim Brückenkopf von Isjum wollte Russland eine Großoffensive starten, um die ukrainischen Truppen einzukesseln, doch kam der Vormarsch nicht voran.[3]
Noch stärker als Charkiw wurde die am Asowschen Meer liegende Hafenstadt Mariupol zerstört. Bis auf das lange belagerte Mariupol und den Südwesten der Ukraine (Oblast Odessa und Mykolajiw) wurden alle Gebiete im Süden der Ukraine, wo seit 2014 die Einnahme einer Landbrücke von Russland zur Krim (Föderativer Staat Neurussland) befürchtet worden war, besetzt. Dazu gehörte auch die Stadt Cherson, die bereits Anfang März eingenommen worden war. In diesem Gebiet im Süden hatten keine großen ukrainischen Einheiten zum Schutz vor einer Invasion von der Krim bereit gestanden, obwohl sie im nationalen Verteidigungsplan vorgesehen waren. In der Ukraine soll untersucht werden, wie das passieren konnte.[2]
Der weitere russische Vorstoß von Cherson in Richtung Odessa war Anfang März bei Mykolajiw gescheitert. Eine amphibische Landung wurde nach der Versenkung des Flaggschiffs Moskwa Mitte April nochmals unwahrscheinlicher. Gleichwohl wurde noch Mitte April von Landverbindungen nach Transnistrien gesprochen; insbesondere das russische Militär war mit den politischen Beschränkungen der Ziele auf den Donbass unzufrieden und forderte im Gegenteil ehrgeizigere Ziele und eine Generalmobilmachung in Russland.[4][5]
Russische Offensive im Donbas (Mai und Juni 2022)
Lagebild des britischen Verteidigungsministeriums vom 1. Mai 2022
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, Mai und Juni 2022
Nach der endgültigen Eroberung von Mariupol konzentrierte sich das russische Militär im Mai und Juni auf die Einnahme von Territorien im Oblast Luhansk. Verschossen die Russen pro Tag bis zu 60.000 Artilleriegeschosse, konnten die Ukrainer mit 6.000 antworten, oft unter gänzlichem Verzicht auf eine Antwort zwecks Einsparung von Munition.[6] Im Kampf um die Stadt Sjewjerodonezk stützte sich die russische Seite auf eine Taktik der Erschöpfung. Anfang Mai hatte Russland noch versucht, mit einer Überschreitung des Flusses Siwerskyj Donez die Ukrainer einzukesseln, was zum Verlust von rund 100 schweren Fahrzeugen geführt hatte. Der Verlust von Sjewjerodonezk führte auch zum Rückzug der Ukrainer aus Solote, wo ihre Truppen seit März erfolgreich den Erstürmungsversuchen standgehalten hatten.[7] Im Raum Cherson konnte die ukrainische Armee kleinere Gebietsgewinne verzeichnen.
In den besetzten Gebieten versuchte Russland teils auch mit Desinformation die Menschen an eine neue Realität zu gewöhnen. Vereinzelt wurde von Partisanen-Aktionen in diesen Gebieten berichtet. Weiterhin beschoss Russland die Ukraine mit Fernlenkwaffen, doch Analysten stimmten darin überein, dass Russland die moderne Munition ausgehe. Darum setzte Russland wenig präzise Lenkwaffen aus der sowjetischen Zeit ein. Ein Beispiel ist der Raketenangriff vom 27. Juni in Krementschuk, als einer von zwei ungenauen Ch-22-Marschflugkörpern ein Einkaufszentrum anstelle der mutmaßlich angepeilten Baumaschinenfabrik traf.
Ende Juni zogen sich die russischen Kräfte nach verstärktem ukrainischen Beschuss von der im westlichen Schwarzen Meer gelegenen Schlangeninsel zurück; damit endete weitgehend auch der Einsatz der russischen Schwarzmeerflotte, die danach nicht weiter in Erscheinung trat und später auch von der Krim in das östliche Schwarze Meer verlegt wurde.
Stillstand und Stellungskrieg (Juli und August 2022)
Lagebild des britischen Verteidigungsministeriums vom 1. Juli 2022
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, Juli und August 2022
Anfang Juli erlangten russische Truppen nach wochenlangen Kämpfen volle Kontrolle über die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk und deren unmittelbare Umgebung. In den folgenden Wochen der Sommermonate Juli und August setzten die russischen Streitkräfte ihre offensiven Aktionen im Osten der Ukraine fort, ohne jedoch weitere größere Geländegewinne zu machen. Währenddessen kam es auf ukrainischer Seite vermehrt zum Einsatz westlicher Waffen, insbesondere der von den USA gelieferten HIMARS-Artilleriesysteme, die zunehmend militärische Ziele im Hinterland der russischen Front, u. a. Kommandostände, Munitionslager und Verpflegungspunkte, unter Beschuss nahmen. Dabei kam es auch erstmals zu Angriffen auf militärische Ziele auf der Krim, die von Russland seit deren völkerrechtswidriger Annexion im Jahr 2014 als Bestandteil des nationalen Territoriums betrachtet wird.
Unter öffentlichen Spekulationen einer möglichen ukrainischen Offensive im Raum Cherson verlegte das russische Kommando beträchtliche Truppen über den Dnepr in westliche Richtung, während die ukrainischen Streitkräfte eine systematische Zerstörung aller Flussquerungen durch Beschuss mit Präzisionsgeschossen betrieben und damit die Logistik der Russen beeinträchtigten. Ende August gingen die ukrainischen Streitkräfte in dem Frontabschnitt Cherson vermehrt in die Offensive.
Ukrainische Offensiven im Süden und Osten (September und Oktober 2022)
Lagebild des britischen Verteidigungsministeriums vom 1. September 2022
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, September und Oktober 2022
Die ukrainische Armee hielt den Druck ihrer Gegenoffensive im Raum Cherson aufrecht. Anfang September starteten die ukrainische Streitkräfte eine von kaum jemand erwartete Gegenoffensive im Raum Charkiw und konnten in wenigen Tagen erhebliche Gewinne erzielen, nachdem die russische Front bei Balaklija zusammenbrach. In wenigen Tagen konnten die Ortschaften Kupjansk, Isjum in der Oblast Charkiw befreit werden; wenig später erfolgte die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk. Im Oktober 2022 gelang den ukrainischen Truppen auch ein Vordringen in die Oblast Luhansk. Auch im Süden wurden Geländegewinne erzielt. Die strategisch wichtige Krim-Brücke über die Meerenge von Kertsch wurde am 8. Oktober 2022 durch eine oder mehrere Explosionen und einen daraus entstehenden Brand beschädigt. Dadurch wurde die Versorgung der südlichen Front um Cherson erschwert. Am 29. Oktober erfolgte seitens der Ukraine ein koordinierter Angriff mit Drohnen auf im Hafen von Sewastopol liegende Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte. Ab Ende Oktober versuchte Russland, den Konflikt einzufrieren, um Zeit zu gewinnen und den europäischen Unterstützern das Gefühl einer Aussichtslosigkeit zu vermitteln.[8] Russland griff mit Raketen und vom Iran gelieferten Einweg-Drohnen die zivile Infrastruktur des ganzen ukrainischen Hinterlandes an, wodurch nach Angaben des ukrainischen Staates mindestens ein Drittel der ukrainischen Stromanlagen zu Schaden gekommen ist. Seitdem waren zeitweise mehrere Millionen Menschen in der Ukraine vom Stromnetz getrennt, um den noch vorhandenen Teil des Stromnetzes nicht zu überlasten.[9][10][11][12]
Befreiung der Stadt Cherson und russische Luftkampagne gegen Infrastruktur (November und Dezember 2022)
Lagebild des britischen Verteidigungsministeriums vom 1. November 2022
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, November und Dezember 2022
Anfang November setzten ukrainische Truppen ihren Vormarsch auf die Stadt Cherson fort; die russischen Truppen zogen sich vom westlich des Dnepr liegenden Gebiet der Oblast Cherson zurück, so dass jener Teil der Oblast am 11. November befreit wurde. Gleichzeitig setzten die russischen Kräfte über den gesamten Zeitraum ihre Luftschläge gegen ukrainische Infrastruktur fort, indem sie in insgesamt über zehn großen koordinierten Wellen von jeweils ca. 100 Raketen und Flugkörpern gleichzeitig starteten, u. a. um die Flugabwehr zu überwältigen; die ukrainische Verteidigung, die durch westliche Waffenlieferungen verstärkt worden war, konnte jedoch eine immer größere Anzahl der Geschosse abfangen. Auf dem Terrain war das weitere Geschehen durch die herbstliche Schlammsaison gekennzeichnet, sodass Bodentruppen nur geringe Geländegewinne machen konnten. Die russischen Truppen, gestützt auf die Söldner der Gruppe Wagner, setzten ihre seit Monaten laufende Offensive gegen die Stadt Bachmut im Donbas erfolglos fort und erlitten, wie auch ukrainisches Militär, bei der Schlacht um jene Stadt hohe Verluste. Ukrainische Truppen konzentrierten ihre Bemühungen außerdem auf die Eroberung der strategischen Achse Swatowe – Kreminna in der Oblast Luhansk; sie konnten die russischen Truppen nur um wenige Kilometer zurückdrängen, standen aber Ende Dezember kurz vor Kreminna.
Russische Angriffe an der Frontlinie (Januar und Februar 2023)
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, Januar und Februar 2023
Im Winter 2022/23 griffen russische Truppen an mehreren Frontabschnitten an und gewannen die Initiative von den Ukrainern zurück – im Bereich Bachmut wurde die Kleinstadt Soledar unter Einsatz der Söldner der Gruppe Wagner eingenommen. An anderen Stellen des Frontverlaufs erlitten russische Truppen hohe Verluste ohne nennenswerte Geländegewinne, so im Bereich Wuhledar. Gleichzeitig sagten westliche Staaten der Ukraine weitere Waffenlieferungen zu, insbesondere Kampf- und Schützenpanzer westlicher Bauart.
Verlauf (ab März 2023)
1. März
Die ukrainischen Streitkräfte berichteten in der Ostukraine, dass russische Truppen bei Bachmut weiter vorrückten, russische Angriffe nordwestlich und südlich von Kreminna aber zurückgedrängt werden konnten.[13] Die Ukraine hat die Verantwortung für mehrere Drohnenabstürze seit Beginn der Woche in Russland, einige davon hunderte Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, zurückgewiesen.[14] Das finnische Parlament hat mit 184 zu 7 Stimmen für einen Regierungsvorschlag zur Gesetzgebung zum NATO-Beitritt gestimmt.[15] Recherchen der New York Times in Wuhledar, aus dessen Umgebung im Februar Bilder vieler zerstörter russischer Panzer in soziale Medien gelangten, ergaben, dass sich der russische Angriff auf die Stadt zur bisher größten Panzerschlacht des Krieges über drei Wochen im Februar ausgeweitet hatte, in der die russische Armee unterlag und große Verluste erlitt. Die ukrainische Seite schätzt, dass insgesamt 130 russische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge zerstört wurden. Die ukrainische Armee soll dabei feindliche Panzer in vorbereitete Hinterhalte gelockt und sie dort mittels Panzerabwehrwaffen, Kampfdrohnen, Panzerminen, Artillerie und HIMARS-Raketen zerstört haben. Russisch-nationalistische Militär-Blogger machten den russischen Befehlshaber in Wuhledar, Rustam Muradow, für die Niederlage verantwortlich und sehen diese, wie die New York Times und das ISW,[16] als weiteren Beweis für Inkompetenz der russischen Militärführung, die frühere taktische Fehler des Einsatzes von Panzern als ungeschützte Vorhut wiederholte, was bereits mehrfach im Krieg zur Zerstörung einer großen Anzahl russischer Panzer führte.[17][18] Ukrainische und westliche Medien sehen als weitere Ursache das eilige Ersetzen früherer Verluste durch unzureichend geschulte und unerfahrene Rekruten, die oft unter Zwang entgegen ihrer Eignung eingesetzt werden, weshalb viele Panzer erneut (wie im Mai 2022, als etwa 50 russische Kampfpanzer bei einer Überquerung des Siwerskyj Donez zerstört wurden[19]) in Kolonnenformation in Hinterhalte gefahren sein sollen.[16]
Der belarussische Präsident Aljaksandr Lukaschenka sprach sich bei einem Staatsbesuch in China mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping für einen Waffenstillstand aus. Er bekräftigte seine Unterstützung für den am 24. Februar 2023 vorgestellten Plan Chinas zur Beilegung des Krieges.[20][21]
2. März
Laut dem ukrainischen General Wiktor Nasarow übersteigt die russische Feuerkraft die der Ukraine um ein Dreifaches. Im Jahr 2022 habe jedoch noch ein deutlicheres Missverhältnis von 10:1 vorgelegen. Die Ukraine verbrauche aktuell in drei Tagen etwa 14.000 Granaten. Auch habe die ukrainische Kampfkraft seit dem letzten Jahreswechsel nochmals „erheblich zugenommen“. Von Beginn des Krieges, im Februar 2022, bis März 2023 habe sich sowohl die Truppenstärke als auch die Anzahl der Brigaden der ukrainischen Streitkräfte „in etwa vervierfacht“. Stand März 2023 verfüge das ukrainische Militär über etwa 100 Brigaden. In der Ukraine habe die Mobilisierung „nie aufgehört, sie wurde in Etappen durchgeführt“, um die Verluste zu kompensieren. Um russische Artilleriepositionen und Munitionslager zu treffen und dadurch Russlands „massiven Einsatz von Infanterie“ unwirksam zu machen, benötige die Ukraine GLSDB und ATACMS. Diese seien von „kritischer Bedeutung“ und würden „Bedingungen für weitere Offensiven“ der ukrainischen Streitkräfte schaffen. Moderne Kampfjets westlicher Bauart benötige die ukrainische Luftwaffe nach Angaben Nasarows, um den Luftraum effektiver zu schützen bzw. bestimmte russische Raketen abzufangen, die sie bisher nicht abfangen könne. Nach Angaben des Spiegel haben russische Raketen- und Drohnenangriffe im Februar 2023 „deutlich abgenommen“. Dies ist laut Nasarow auf leere Lagerbestände der russischen Streitkräfte zurückzuführen. Überreste von Raketen, die die russischen Streitkräfte nun benutzen, zeigten, dass sie „in den vergangenen Monaten“ angefertigt wurden.[22]
Bei einem russischen Raketenangriff auf ein fünfstöckiges Wohnhaus in der Stadt Saporischschja kamen nach Behördenangaben mindestens vier Menschen ums Leben, vier wurden verletzt.[23]
Weblinks
Commons: Russischer Überfall auf die Ukraine 2022 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews: Russischer Überfall auf die Ukraine 2022 – in den Nachrichten
Wikisource: Order of 16 March 2022 – Quellen und Volltexte (englisch)
Karte bzw. Übersicht des Kriegsgeschehens mit Zeitleiste diesbezüglicher Nachrichten auf liveuamap.com (mehrsprachig)
Karte zum aktuellen Kriegsverlauf inklusive Angriffsrichtungen auf deepstatemap.live (mehrsprachig)
Karte mit aktuellen Feuer- und Explosionsmeldungen der NASA (englisch)
Tägliche Zusammenfassung des Kriegsverlaufs in der Ukraine durch das ISW (englisch)
Analysen und Berichte zum aktuellen Geschehen in der Ukraine auf laender-analysen.de
Einzelnachweise
Zehn Erkenntnisse aus neun Monaten Krieg tagesanzeiger.ch, 12. November 2022.
Mykhaylo Zabrodskyi, Dr Jack Watling, Oleksandr V Danylyuk and Nick Reynolds: Preliminary Lessons in Conventional Warfighting from Russia’s Invasion of Ukraine: February–July 2022, RUSI, 30. November 2022 – relevantere Stellen bestimmt aufgrund Британский институт RUSI вместе с ВСУ выпустил доклад о первых месяцах войны, Meduza, 1. Dezember 2022
Die Ukraine erleidet ihre erste schmerzhafte Niederlage im Kampf um den Donbass. Aber es wird schwierig sein, auf dem Erfolg Russlands aufzubauen., Meduza, 24. Juni 2022
Vicious Blame Game Erupts Among Putin’s Security Forces. The Moscow Times, 27. April 2022 (englisch).
«Войска скорее имитируют, чем наступают». Nowaja gaseta. Europa, 27. April 2022.
Ukraine’s ammunition becomes defining issue in battle for Donbas, The Guardian, 27. Juni 2022
Die Ukraine erleidet ihre erste schmerzhafte Niederlage im Kampf um den Donbass. Aber es wird schwierig sein, auf dem Erfolg Russlands aufzubauen., Meduza, 24. Juni 2022
Die russischen Bodentruppen versuchen, den Krieg in der Ukraine vorerst einzufrieren, NZZ, 29. Oktober 2022
Ukraine-News am Samstag: Experten rechnen mit heimlicher Fortführung der Mobilmachung in Russland. In: Der Spiegel. 5. November 2022, abgerufen am 6. November 2022.
Wolodymyr Selenskyj: »Wir geben keinen einzigen Zentimeter unseres Landes auf«. In: Der Spiegel. 8. November 2022, abgerufen am 9. November 2022.
Liveblog: + USA und UN fordern Verlängerung von Getreidedeal +. In: tagesschau.de. Abgerufen am 3. November 2022.
Ukraine-News am Donnerstag: IAEA sieht keine Hinweise auf »schmutzige Bombe« in der Ukraine. In: Der Spiegel. 3. November 2022, abgerufen am 3. November 2022.
Institute for the Study of War. Abgerufen am 2. März 2023 (englisch).
Liveblog: ++ US-Justizminister nennt Wagner-Chef „Kriegsverbrecher“ ++. In: tagesschau.de. Abgerufen am 2. März 2023.
Finnisches Parlament stimmt deutlich für NATO-Beitritt. In: tagesschau.de. Abgerufen am 2. März 2023.
Russian Offensive Campaign Assessment, March 1, 2023. In: Institute for the Study of War. Abgerufen am 2. März 2023 (englisch).
Andrew E. Kramer: In an Epic Battle of Tanks, Russia Was Routed, Repeating Earlier Mistakes. In: The New York Times. 1. März 2023, abgerufen am 2. März 2023 (englisch).
Russlands Debakel bei Wuhledar. Aus der Todeszone gibt es kein Zurück. In: t-online.de. 3. März 2023, abgerufen am 3. März 2023.
Ukraine zerstört Bataillon auf Brücke: Russlands Desaster am Fluss Siwerskyj Donez. In: t-online.de. 12. Mai 2022, abgerufen am 2. März 2023.
Schulterschluss in Peking: Lukaschenko Gast bei Xi Jinping. In: zdf.de. 1. März 2023, abgerufen am 2. März 2023.
Fabian Kretschmer: Lukaschenko zu Besuch in China: Balztanz mit russischen Argusaugen. In: Die Tageszeitung: taz. 2. März 2023, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 2. März 2023]).
Thore Schröder: (S+) Militärberater über den Ukrainekrieg: »Wir werden keine weiteren Territorien verlieren«. In: Der Spiegel. 2. März 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 2. März 2023]).
Liveblog: ++ Deutschland will Schweizer "Leopard 2" kaufen ++. In: tagesschau.de. Abgerufen am 3. März 2023.
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Chronik des Russisch-Ukrainischen Kriegs (seit 2014)
Annexion der Krim 2014:
Wichtige
Ereignisse:
Euromaidan und diesbezügliche Vereinbarung über die Beilegung der Krise in der Ukraine | Referendum über den Status der Krim und diesbezügliche Resolution 68/262 der UN-Generalversammlung | Russische Provokation bei Kertsch 2018
Krieg im Donbas (seit 2014):
Wichtige
Ereignisse:
Kampf um Mariupol 2014 | Erste und Zweite Schlacht um den Flughafen Donezk | Abschuss von Malaysia-Airlines-Flug 17 | Schlacht um Ilowajsk | Protokoll von Minsk I und II | Kampf um Debalzewe | Hackerangriff auf die ukrainische Stromversorgung 2015
Russischer Überfall (seit 2022):
Monatliche
Chronik:
Februar bis April 2022 | Mai und Juni 2022 | Juli und August 2022 | September und Oktober 2022 | November und Dezember 2022 | Januar und Februar 2023 | seit März 2023
Wichtige
Ereignisse:
Schlacht um Kiew und Charkiw | Belagerung von Mariupol | Resolution 2623 des UN-Sicherheitsrates | Russisch-ukrainische Friedensverhandlungen seit 2022 | Resolution ES-11/1 der UN-Generalversammlung | Cherson unter russischer Besatzung | Massaker von Butscha und weitere Kriegsverbrechen | Angriff auf das Kernkraftwerk Saporischschja | Bombardierung eines Wohnquartiers in Tschernihiw | Raketenschläge auf Winnyzja im März und Juli | Bombardierung der Geburtsklinik in Mariupol | Luftangriff auf das Theater von Mariupol | Angriff auf den Bahnhof von Kramatorsk | Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in Krementschuk | Initiative für den sicheren Transport von Getreide und Lebensmitteln aus ukrainischen Häfen | Schlacht um Bachmut | Ukrainische Gegenoffensive in der Süd- und Ostukraine | Mobilmachung in Russland 2022 | Russische Annexion der Süd- und Ostukraine und diesbezügliche Resolution ES-11/4 der UN-Generalversammlung | Beschädigung der Krim-Brücke 2022 | European Union Military Assistance Mission Ukraine
Kategorien: Russischer Überfall auf die Ukraine 2022Zeittafel (Krieg)
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Chronologie des russischen Überfalls auf die Ukraine
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Dieser Artikel beschreibt eine aktuelle kriegerische Auseinandersetzung. Die Informationen können sich deshalb rasch ändern.
Diese Übersicht ist eine Chronologie des russischen Überfalls auf die Ukraine ab dem 24. Februar 2022. Sie informiert über die wichtigsten Ereignisse seit der russischen Invasion der Ukraine.
Inhaltsverzeichnis
1 Überfall und russischer Rückzug von Kiew und dem Norden der Ukraine (Februar bis April 2022)
2 Russische Offensive im Donbas (Mai und Juni 2022)
3 Stillstand und Stellungskrieg (Juli und August 2022)
4 Ukrainische Offensiven im Süden und Osten (September und Oktober 2022)
5 Befreiung der Stadt Cherson und russische Luftkampagne gegen Infrastruktur (November und Dezember 2022)
6 Russische Angriffe an der Frontlinie (Januar und Februar 2023)
7 Verlauf (ab März 2023)
7.1 1. März
7.2 2. März
8 Weblinks
9 Einzelnachweise
Überfall und russischer Rückzug von Kiew und dem Norden der Ukraine (Februar bis April 2022)
→ Hauptartikel: Krieg im Donbas, Russischer Überfall auf die Ukraine 2022 und Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, Februar bis April 2022
Um die Regierung der Ukraine zu stürzen, versuchten die russischen Streitkräfte am 24. Februar 2022 eine Luftlandeoperation auf dem Flughafen Kiew-Hostomel. Aus den abgehörten Telefonaten russischer Offiziere ging hervor, dass diese vor dem Angriff von ihren Kommandeuren dazu aufgefordert wurden, ihre Paradeuniformen für die Siegesparade in Kiew einzupacken.[1] Die Truppen konnten aber zunächst keine Kontrolle über den Platz erringen. Bodentruppen rückten derweil aus mehreren Stoßrichtungen rasch von Belarus aus nach, dennoch und trotz einer anfänglichen Überzahl von geschätzt 12:1[2] geriet der Vormarsch schon nach wenigen Tagen ca. 30 km vor Kiew ins Stocken. Nach wochenlanger Umklammerung der Stadt von Norden, Westen und Osten musste Russland den Versuch der Eroberung Kiews Ende März aufgeben. Beim Abzug der russischen Truppen aus allen zuvor eroberten Gebieten nördlich von Kiew und Charkiw offenbarten sich Kriegsverbrechen an Zivilisten wie jene in Butscha.
Im Osten der Ukraine, wo bei Kriegsbeginn entlang der seit 2015 bestehenden Kontaktlinie etwa die Hälfte der ukrainischen Armee lag,[2] konnten die ukrainischen Truppen ihre Stellungen vor Donezk den ganzen März und April durchgehend halten, zudem die nahe der russischen Grenze liegende Großstadt Charkiw, die in der um sie geführten Schlacht erheblich zerstört wurde. Zwischen Donezk/Luhansk und Charkiw liegende Gebiete wurden von Russland besetzt. Beim Brückenkopf von Isjum wollte Russland eine Großoffensive starten, um die ukrainischen Truppen einzukesseln, doch kam der Vormarsch nicht voran.[3]
Noch stärker als Charkiw wurde die am Asowschen Meer liegende Hafenstadt Mariupol zerstört. Bis auf das lange belagerte Mariupol und den Südwesten der Ukraine (Oblast Odessa und Mykolajiw) wurden alle Gebiete im Süden der Ukraine, wo seit 2014 die Einnahme einer Landbrücke von Russland zur Krim (Föderativer Staat Neurussland) befürchtet worden war, besetzt. Dazu gehörte auch die Stadt Cherson, die bereits Anfang März eingenommen worden war. In diesem Gebiet im Süden hatten keine großen ukrainischen Einheiten zum Schutz vor einer Invasion von der Krim bereit gestanden, obwohl sie im nationalen Verteidigungsplan vorgesehen waren. In der Ukraine soll untersucht werden, wie das passieren konnte.[2]
Der weitere russische Vorstoß von Cherson in Richtung Odessa war Anfang März bei Mykolajiw gescheitert. Eine amphibische Landung wurde nach der Versenkung des Flaggschiffs Moskwa Mitte April nochmals unwahrscheinlicher. Gleichwohl wurde noch Mitte April von Landverbindungen nach Transnistrien gesprochen; insbesondere das russische Militär war mit den politischen Beschränkungen der Ziele auf den Donbass unzufrieden und forderte im Gegenteil ehrgeizigere Ziele und eine Generalmobilmachung in Russland.[4][5]
Russische Offensive im Donbas (Mai und Juni 2022)
Lagebild des britischen Verteidigungsministeriums vom 1. Mai 2022
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, Mai und Juni 2022
Nach der endgültigen Eroberung von Mariupol konzentrierte sich das russische Militär im Mai und Juni auf die Einnahme von Territorien im Oblast Luhansk. Verschossen die Russen pro Tag bis zu 60.000 Artilleriegeschosse, konnten die Ukrainer mit 6.000 antworten, oft unter gänzlichem Verzicht auf eine Antwort zwecks Einsparung von Munition.[6] Im Kampf um die Stadt Sjewjerodonezk stützte sich die russische Seite auf eine Taktik der Erschöpfung. Anfang Mai hatte Russland noch versucht, mit einer Überschreitung des Flusses Siwerskyj Donez die Ukrainer einzukesseln, was zum Verlust von rund 100 schweren Fahrzeugen geführt hatte. Der Verlust von Sjewjerodonezk führte auch zum Rückzug der Ukrainer aus Solote, wo ihre Truppen seit März erfolgreich den Erstürmungsversuchen standgehalten hatten.[7] Im Raum Cherson konnte die ukrainische Armee kleinere Gebietsgewinne verzeichnen.
In den besetzten Gebieten versuchte Russland teils auch mit Desinformation die Menschen an eine neue Realität zu gewöhnen. Vereinzelt wurde von Partisanen-Aktionen in diesen Gebieten berichtet. Weiterhin beschoss Russland die Ukraine mit Fernlenkwaffen, doch Analysten stimmten darin überein, dass Russland die moderne Munition ausgehe. Darum setzte Russland wenig präzise Lenkwaffen aus der sowjetischen Zeit ein. Ein Beispiel ist der Raketenangriff vom 27. Juni in Krementschuk, als einer von zwei ungenauen Ch-22-Marschflugkörpern ein Einkaufszentrum anstelle der mutmaßlich angepeilten Baumaschinenfabrik traf.
Ende Juni zogen sich die russischen Kräfte nach verstärktem ukrainischen Beschuss von der im westlichen Schwarzen Meer gelegenen Schlangeninsel zurück; damit endete weitgehend auch der Einsatz der russischen Schwarzmeerflotte, die danach nicht weiter in Erscheinung trat und später auch von der Krim in das östliche Schwarze Meer verlegt wurde.
Stillstand und Stellungskrieg (Juli und August 2022)
Lagebild des britischen Verteidigungsministeriums vom 1. Juli 2022
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, Juli und August 2022
Anfang Juli erlangten russische Truppen nach wochenlangen Kämpfen volle Kontrolle über die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk und deren unmittelbare Umgebung. In den folgenden Wochen der Sommermonate Juli und August setzten die russischen Streitkräfte ihre offensiven Aktionen im Osten der Ukraine fort, ohne jedoch weitere größere Geländegewinne zu machen. Währenddessen kam es auf ukrainischer Seite vermehrt zum Einsatz westlicher Waffen, insbesondere der von den USA gelieferten HIMARS-Artilleriesysteme, die zunehmend militärische Ziele im Hinterland der russischen Front, u. a. Kommandostände, Munitionslager und Verpflegungspunkte, unter Beschuss nahmen. Dabei kam es auch erstmals zu Angriffen auf militärische Ziele auf der Krim, die von Russland seit deren völkerrechtswidriger Annexion im Jahr 2014 als Bestandteil des nationalen Territoriums betrachtet wird.
Unter öffentlichen Spekulationen einer möglichen ukrainischen Offensive im Raum Cherson verlegte das russische Kommando beträchtliche Truppen über den Dnepr in westliche Richtung, während die ukrainischen Streitkräfte eine systematische Zerstörung aller Flussquerungen durch Beschuss mit Präzisionsgeschossen betrieben und damit die Logistik der Russen beeinträchtigten. Ende August gingen die ukrainischen Streitkräfte in dem Frontabschnitt Cherson vermehrt in die Offensive.
Ukrainische Offensiven im Süden und Osten (September und Oktober 2022)
Lagebild des britischen Verteidigungsministeriums vom 1. September 2022
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, September und Oktober 2022
Die ukrainische Armee hielt den Druck ihrer Gegenoffensive im Raum Cherson aufrecht. Anfang September starteten die ukrainische Streitkräfte eine von kaum jemand erwartete Gegenoffensive im Raum Charkiw und konnten in wenigen Tagen erhebliche Gewinne erzielen, nachdem die russische Front bei Balaklija zusammenbrach. In wenigen Tagen konnten die Ortschaften Kupjansk, Isjum in der Oblast Charkiw befreit werden; wenig später erfolgte die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk. Im Oktober 2022 gelang den ukrainischen Truppen auch ein Vordringen in die Oblast Luhansk. Auch im Süden wurden Geländegewinne erzielt. Die strategisch wichtige Krim-Brücke über die Meerenge von Kertsch wurde am 8. Oktober 2022 durch eine oder mehrere Explosionen und einen daraus entstehenden Brand beschädigt. Dadurch wurde die Versorgung der südlichen Front um Cherson erschwert. Am 29. Oktober erfolgte seitens der Ukraine ein koordinierter Angriff mit Drohnen auf im Hafen von Sewastopol liegende Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte. Ab Ende Oktober versuchte Russland, den Konflikt einzufrieren, um Zeit zu gewinnen und den europäischen Unterstützern das Gefühl einer Aussichtslosigkeit zu vermitteln.[8] Russland griff mit Raketen und vom Iran gelieferten Einweg-Drohnen die zivile Infrastruktur des ganzen ukrainischen Hinterlandes an, wodurch nach Angaben des ukrainischen Staates mindestens ein Drittel der ukrainischen Stromanlagen zu Schaden gekommen ist. Seitdem waren zeitweise mehrere Millionen Menschen in der Ukraine vom Stromnetz getrennt, um den noch vorhandenen Teil des Stromnetzes nicht zu überlasten.[9][10][11][12]
Befreiung der Stadt Cherson und russische Luftkampagne gegen Infrastruktur (November und Dezember 2022)
Lagebild des britischen Verteidigungsministeriums vom 1. November 2022
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, November und Dezember 2022
Anfang November setzten ukrainische Truppen ihren Vormarsch auf die Stadt Cherson fort; die russischen Truppen zogen sich vom westlich des Dnepr liegenden Gebiet der Oblast Cherson zurück, so dass jener Teil der Oblast am 11. November befreit wurde. Gleichzeitig setzten die russischen Kräfte über den gesamten Zeitraum ihre Luftschläge gegen ukrainische Infrastruktur fort, indem sie in insgesamt über zehn großen koordinierten Wellen von jeweils ca. 100 Raketen und Flugkörpern gleichzeitig starteten, u. a. um die Flugabwehr zu überwältigen; die ukrainische Verteidigung, die durch westliche Waffenlieferungen verstärkt worden war, konnte jedoch eine immer größere Anzahl der Geschosse abfangen. Auf dem Terrain war das weitere Geschehen durch die herbstliche Schlammsaison gekennzeichnet, sodass Bodentruppen nur geringe Geländegewinne machen konnten. Die russischen Truppen, gestützt auf die Söldner der Gruppe Wagner, setzten ihre seit Monaten laufende Offensive gegen die Stadt Bachmut im Donbas erfolglos fort und erlitten, wie auch ukrainisches Militär, bei der Schlacht um jene Stadt hohe Verluste. Ukrainische Truppen konzentrierten ihre Bemühungen außerdem auf die Eroberung der strategischen Achse Swatowe – Kreminna in der Oblast Luhansk; sie konnten die russischen Truppen nur um wenige Kilometer zurückdrängen, standen aber Ende Dezember kurz vor Kreminna.
Russische Angriffe an der Frontlinie (Januar und Februar 2023)
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, Januar und Februar 2023
Im Winter 2022/23 griffen russische Truppen an mehreren Frontabschnitten an und gewannen die Initiative von den Ukrainern zurück – im Bereich Bachmut wurde die Kleinstadt Soledar unter Einsatz der Söldner der Gruppe Wagner eingenommen. An anderen Stellen des Frontverlaufs erlitten russische Truppen hohe Verluste ohne nennenswerte Geländegewinne, so im Bereich Wuhledar. Gleichzeitig sagten westliche Staaten der Ukraine weitere Waffenlieferungen zu, insbesondere Kampf- und Schützenpanzer westlicher Bauart.
Verlauf (ab März 2023)
1. März
Die ukrainischen Streitkräfte berichteten in der Ostukraine, dass russische Truppen bei Bachmut weiter vorrückten, russische Angriffe nordwestlich und südlich von Kreminna aber zurückgedrängt werden konnten.[13] Die Ukraine hat die Verantwortung für mehrere Drohnenabstürze seit Beginn der Woche in Russland, einige davon hunderte Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, zurückgewiesen.[14] Das finnische Parlament hat mit 184 zu 7 Stimmen für einen Regierungsvorschlag zur Gesetzgebung zum NATO-Beitritt gestimmt.[15] Recherchen der New York Times in Wuhledar, aus dessen Umgebung im Februar Bilder vieler zerstörter russischer Panzer in soziale Medien gelangten, ergaben, dass sich der russische Angriff auf die Stadt zur bisher größten Panzerschlacht des Krieges über drei Wochen im Februar ausgeweitet hatte, in der die russische Armee unterlag und große Verluste erlitt. Die ukrainische Seite schätzt, dass insgesamt 130 russische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge zerstört wurden. Die ukrainische Armee soll dabei feindliche Panzer in vorbereitete Hinterhalte gelockt und sie dort mittels Panzerabwehrwaffen, Kampfdrohnen, Panzerminen, Artillerie und HIMARS-Raketen zerstört haben. Russisch-nationalistische Militär-Blogger machten den russischen Befehlshaber in Wuhledar, Rustam Muradow, für die Niederlage verantwortlich und sehen diese, wie die New York Times und das ISW,[16] als weiteren Beweis für Inkompetenz der russischen Militärführung, die frühere taktische Fehler des Einsatzes von Panzern als ungeschützte Vorhut wiederholte, was bereits mehrfach im Krieg zur Zerstörung einer großen Anzahl russischer Panzer führte.[17][18] Ukrainische und westliche Medien sehen als weitere Ursache das eilige Ersetzen früherer Verluste durch unzureichend geschulte und unerfahrene Rekruten, die oft unter Zwang entgegen ihrer Eignung eingesetzt werden, weshalb viele Panzer erneut (wie im Mai 2022, als etwa 50 russische Kampfpanzer bei einer Überquerung des Siwerskyj Donez zerstört wurden[19]) in Kolonnenformation in Hinterhalte gefahren sein sollen.[16]
Der belarussische Präsident Aljaksandr Lukaschenka sprach sich bei einem Staatsbesuch in China mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping für einen Waffenstillstand aus. Er bekräftigte seine Unterstützung für den am 24. Februar 2023 vorgestellten Plan Chinas zur Beilegung des Krieges.[20][21]
2. März
Laut dem ukrainischen General Wiktor Nasarow übersteigt die russische Feuerkraft die der Ukraine um ein Dreifaches. Im Jahr 2022 habe jedoch noch ein deutlicheres Missverhältnis von 10:1 vorgelegen. Die Ukraine verbrauche aktuell in drei Tagen etwa 14.000 Granaten. Auch habe die ukrainische Kampfkraft seit dem letzten Jahreswechsel nochmals „erheblich zugenommen“. Von Beginn des Krieges, im Februar 2022, bis März 2023 habe sich sowohl die Truppenstärke als auch die Anzahl der Brigaden der ukrainischen Streitkräfte „in etwa vervierfacht“. Stand März 2023 verfüge das ukrainische Militär über etwa 100 Brigaden. In der Ukraine habe die Mobilisierung „nie aufgehört, sie wurde in Etappen durchgeführt“, um die Verluste zu kompensieren. Um russische Artilleriepositionen und Munitionslager zu treffen und dadurch Russlands „massiven Einsatz von Infanterie“ unwirksam zu machen, benötige die Ukraine GLSDB und ATACMS. Diese seien von „kritischer Bedeutung“ und würden „Bedingungen für weitere Offensiven“ der ukrainischen Streitkräfte schaffen. Moderne Kampfjets westlicher Bauart benötige die ukrainische Luftwaffe nach Angaben Nasarows, um den Luftraum effektiver zu schützen bzw. bestimmte russische Raketen abzufangen, die sie bisher nicht abfangen könne. Nach Angaben des Spiegel haben russische Raketen- und Drohnenangriffe im Februar 2023 „deutlich abgenommen“. Dies ist laut Nasarow auf leere Lagerbestände der russischen Streitkräfte zurückzuführen. Überreste von Raketen, die die russischen Streitkräfte nun benutzen, zeigten, dass sie „in den vergangenen Monaten“ angefertigt wurden.[22]
Bei einem russischen Raketenangriff auf ein fünfstöckiges Wohnhaus in der Stadt Saporischschja kamen nach Behördenangaben mindestens vier Menschen ums Leben, vier wurden verletzt.[23]
Weblinks
Commons: Russischer Überfall auf die Ukraine 2022 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews: Russischer Überfall auf die Ukraine 2022 – in den Nachrichten
Wikisource: Order of 16 March 2022 – Quellen und Volltexte (englisch)
Karte bzw. Übersicht des Kriegsgeschehens mit Zeitleiste diesbezüglicher Nachrichten auf liveuamap.com (mehrsprachig)
Karte zum aktuellen Kriegsverlauf inklusive Angriffsrichtungen auf deepstatemap.live (mehrsprachig)
Karte mit aktuellen Feuer- und Explosionsmeldungen der NASA (englisch)
Tägliche Zusammenfassung des Kriegsverlaufs in der Ukraine durch das ISW (englisch)
Analysen und Berichte zum aktuellen Geschehen in der Ukraine auf laender-analysen.de
Einzelnachweise
Zehn Erkenntnisse aus neun Monaten Krieg tagesanzeiger.ch, 12. November 2022.
Mykhaylo Zabrodskyi, Dr Jack Watling, Oleksandr V Danylyuk and Nick Reynolds: Preliminary Lessons in Conventional Warfighting from Russia’s Invasion of Ukraine: February–July 2022, RUSI, 30. November 2022 – relevantere Stellen bestimmt aufgrund Британский институт RUSI вместе с ВСУ выпустил доклад о первых месяцах войны, Meduza, 1. Dezember 2022
Die Ukraine erleidet ihre erste schmerzhafte Niederlage im Kampf um den Donbass. Aber es wird schwierig sein, auf dem Erfolg Russlands aufzubauen., Meduza, 24. Juni 2022
Vicious Blame Game Erupts Among Putin’s Security Forces. The Moscow Times, 27. April 2022 (englisch).
«Войска скорее имитируют, чем наступают». Nowaja gaseta. Europa, 27. April 2022.
Ukraine’s ammunition becomes defining issue in battle for Donbas, The Guardian, 27. Juni 2022
Die Ukraine erleidet ihre erste schmerzhafte Niederlage im Kampf um den Donbass. Aber es wird schwierig sein, auf dem Erfolg Russlands aufzubauen., Meduza, 24. Juni 2022
Die russischen Bodentruppen versuchen, den Krieg in der Ukraine vorerst einzufrieren, NZZ, 29. Oktober 2022
Ukraine-News am Samstag: Experten rechnen mit heimlicher Fortführung der Mobilmachung in Russland. In: Der Spiegel. 5. November 2022, abgerufen am 6. November 2022.
Wolodymyr Selenskyj: »Wir geben keinen einzigen Zentimeter unseres Landes auf«. In: Der Spiegel. 8. November 2022, abgerufen am 9. November 2022.
Liveblog: + USA und UN fordern Verlängerung von Getreidedeal +. In: tagesschau.de. Abgerufen am 3. November 2022.
Ukraine-News am Donnerstag: IAEA sieht keine Hinweise auf »schmutzige Bombe« in der Ukraine. In: Der Spiegel. 3. November 2022, abgerufen am 3. November 2022.
Institute for the Study of War. Abgerufen am 2. März 2023 (englisch).
Liveblog: ++ US-Justizminister nennt Wagner-Chef „Kriegsverbrecher“ ++. In: tagesschau.de. Abgerufen am 2. März 2023.
Finnisches Parlament stimmt deutlich für NATO-Beitritt. In: tagesschau.de. Abgerufen am 2. März 2023.
Russian Offensive Campaign Assessment, March 1, 2023. In: Institute for the Study of War. Abgerufen am 2. März 2023 (englisch).
Andrew E. Kramer: In an Epic Battle of Tanks, Russia Was Routed, Repeating Earlier Mistakes. In: The New York Times. 1. März 2023, abgerufen am 2. März 2023 (englisch).
Russlands Debakel bei Wuhledar. Aus der Todeszone gibt es kein Zurück. In: t-online.de. 3. März 2023, abgerufen am 3. März 2023.
Ukraine zerstört Bataillon auf Brücke: Russlands Desaster am Fluss Siwerskyj Donez. In: t-online.de. 12. Mai 2022, abgerufen am 2. März 2023.
Schulterschluss in Peking: Lukaschenko Gast bei Xi Jinping. In: zdf.de. 1. März 2023, abgerufen am 2. März 2023.
Fabian Kretschmer: Lukaschenko zu Besuch in China: Balztanz mit russischen Argusaugen. In: Die Tageszeitung: taz. 2. März 2023, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 2. März 2023]).
Thore Schröder: (S+) Militärberater über den Ukrainekrieg: »Wir werden keine weiteren Territorien verlieren«. In: Der Spiegel. 2. März 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 2. März 2023]).
Liveblog: ++ Deutschland will Schweizer "Leopard 2" kaufen ++. In: tagesschau.de. Abgerufen am 3. März 2023.
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Chronik des Russisch-Ukrainischen Kriegs (seit 2014)
Annexion der Krim 2014:
Wichtige
Ereignisse:
Euromaidan und diesbezügliche Vereinbarung über die Beilegung der Krise in der Ukraine | Referendum über den Status der Krim und diesbezügliche Resolution 68/262 der UN-Generalversammlung | Russische Provokation bei Kertsch 2018
Krieg im Donbas (seit 2014):
Wichtige
Ereignisse:
Kampf um Mariupol 2014 | Erste und Zweite Schlacht um den Flughafen Donezk | Abschuss von Malaysia-Airlines-Flug 17 | Schlacht um Ilowajsk | Protokoll von Minsk I und II | Kampf um Debalzewe | Hackerangriff auf die ukrainische Stromversorgung 2015
Russischer Überfall (seit 2022):
Monatliche
Chronik:
Februar bis April 2022 | Mai und Juni 2022 | Juli und August 2022 | September und Oktober 2022 | November und Dezember 2022 | Januar und Februar 2023 | seit März 2023
Wichtige
Ereignisse:
Schlacht um Kiew und Charkiw | Belagerung von Mariupol | Resolution 2623 des UN-Sicherheitsrates | Russisch-ukrainische Friedensverhandlungen seit 2022 | Resolution ES-11/1 der UN-Generalversammlung | Cherson unter russischer Besatzung | Massaker von Butscha und weitere Kriegsverbrechen | Angriff auf das Kernkraftwerk Saporischschja | Bombardierung eines Wohnquartiers in Tschernihiw | Raketenschläge auf Winnyzja im März und Juli | Bombardierung der Geburtsklinik in Mariupol | Luftangriff auf das Theater von Mariupol | Angriff auf den Bahnhof von Kramatorsk | Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in Krementschuk | Initiative für den sicheren Transport von Getreide und Lebensmitteln aus ukrainischen Häfen | Schlacht um Bachmut | Ukrainische Gegenoffensive in der Süd- und Ostukraine | Mobilmachung in Russland 2022 | Russische Annexion der Süd- und Ostukraine und diesbezügliche Resolution ES-11/4 der UN-Generalversammlung | Beschädigung der Krim-Brücke 2022 | European Union Military Assistance Mission Ukraine
Kategorien: Russischer Überfall auf die Ukraine 2022Zeittafel (Krieg)
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Chronologie des russischen Überfalls auf die Ukraine
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Dieser Artikel beschreibt eine aktuelle kriegerische Auseinandersetzung. Die Informationen können sich deshalb rasch ändern.
Diese Übersicht ist eine Chronologie des russischen Überfalls auf die Ukraine ab dem 24. Februar 2022. Sie informiert über die wichtigsten Ereignisse seit der russischen Invasion der Ukraine.
Inhaltsverzeichnis
1 Überfall und russischer Rückzug von Kiew und dem Norden der Ukraine (Februar bis April 2022)
2 Russische Offensive im Donbas (Mai und Juni 2022)
3 Stillstand und Stellungskrieg (Juli und August 2022)
4 Ukrainische Offensiven im Süden und Osten (September und Oktober 2022)
5 Befreiung der Stadt Cherson und russische Luftkampagne gegen Infrastruktur (November und Dezember 2022)
6 Russische Angriffe an der Frontlinie (Januar und Februar 2023)
7 Verlauf (ab März 2023)
7.1 1. März
7.2 2. März
8 Weblinks
9 Einzelnachweise
Überfall und russischer Rückzug von Kiew und dem Norden der Ukraine (Februar bis April 2022)
→ Hauptartikel: Krieg im Donbas, Russischer Überfall auf die Ukraine 2022 und Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, Februar bis April 2022
Um die Regierung der Ukraine zu stürzen, versuchten die russischen Streitkräfte am 24. Februar 2022 eine Luftlandeoperation auf dem Flughafen Kiew-Hostomel. Aus den abgehörten Telefonaten russischer Offiziere ging hervor, dass diese vor dem Angriff von ihren Kommandeuren dazu aufgefordert wurden, ihre Paradeuniformen für die Siegesparade in Kiew einzupacken.[1] Die Truppen konnten aber zunächst keine Kontrolle über den Platz erringen. Bodentruppen rückten derweil aus mehreren Stoßrichtungen rasch von Belarus aus nach, dennoch und trotz einer anfänglichen Überzahl von geschätzt 12:1[2] geriet der Vormarsch schon nach wenigen Tagen ca. 30 km vor Kiew ins Stocken. Nach wochenlanger Umklammerung der Stadt von Norden, Westen und Osten musste Russland den Versuch der Eroberung Kiews Ende März aufgeben. Beim Abzug der russischen Truppen aus allen zuvor eroberten Gebieten nördlich von Kiew und Charkiw offenbarten sich Kriegsverbrechen an Zivilisten wie jene in Butscha.
Im Osten der Ukraine, wo bei Kriegsbeginn entlang der seit 2015 bestehenden Kontaktlinie etwa die Hälfte der ukrainischen Armee lag,[2] konnten die ukrainischen Truppen ihre Stellungen vor Donezk den ganzen März und April durchgehend halten, zudem die nahe der russischen Grenze liegende Großstadt Charkiw, die in der um sie geführten Schlacht erheblich zerstört wurde. Zwischen Donezk/Luhansk und Charkiw liegende Gebiete wurden von Russland besetzt. Beim Brückenkopf von Isjum wollte Russland eine Großoffensive starten, um die ukrainischen Truppen einzukesseln, doch kam der Vormarsch nicht voran.[3]
Noch stärker als Charkiw wurde die am Asowschen Meer liegende Hafenstadt Mariupol zerstört. Bis auf das lange belagerte Mariupol und den Südwesten der Ukraine (Oblast Odessa und Mykolajiw) wurden alle Gebiete im Süden der Ukraine, wo seit 2014 die Einnahme einer Landbrücke von Russland zur Krim (Föderativer Staat Neurussland) befürchtet worden war, besetzt. Dazu gehörte auch die Stadt Cherson, die bereits Anfang März eingenommen worden war. In diesem Gebiet im Süden hatten keine großen ukrainischen Einheiten zum Schutz vor einer Invasion von der Krim bereit gestanden, obwohl sie im nationalen Verteidigungsplan vorgesehen waren. In der Ukraine soll untersucht werden, wie das passieren konnte.[2]
Der weitere russische Vorstoß von Cherson in Richtung Odessa war Anfang März bei Mykolajiw gescheitert. Eine amphibische Landung wurde nach der Versenkung des Flaggschiffs Moskwa Mitte April nochmals unwahrscheinlicher. Gleichwohl wurde noch Mitte April von Landverbindungen nach Transnistrien gesprochen; insbesondere das russische Militär war mit den politischen Beschränkungen der Ziele auf den Donbass unzufrieden und forderte im Gegenteil ehrgeizigere Ziele und eine Generalmobilmachung in Russland.[4][5]
Russische Offensive im Donbas (Mai und Juni 2022)
Lagebild des britischen Verteidigungsministeriums vom 1. Mai 2022
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, Mai und Juni 2022
Nach der endgültigen Eroberung von Mariupol konzentrierte sich das russische Militär im Mai und Juni auf die Einnahme von Territorien im Oblast Luhansk. Verschossen die Russen pro Tag bis zu 60.000 Artilleriegeschosse, konnten die Ukrainer mit 6.000 antworten, oft unter gänzlichem Verzicht auf eine Antwort zwecks Einsparung von Munition.[6] Im Kampf um die Stadt Sjewjerodonezk stützte sich die russische Seite auf eine Taktik der Erschöpfung. Anfang Mai hatte Russland noch versucht, mit einer Überschreitung des Flusses Siwerskyj Donez die Ukrainer einzukesseln, was zum Verlust von rund 100 schweren Fahrzeugen geführt hatte. Der Verlust von Sjewjerodonezk führte auch zum Rückzug der Ukrainer aus Solote, wo ihre Truppen seit März erfolgreich den Erstürmungsversuchen standgehalten hatten.[7] Im Raum Cherson konnte die ukrainische Armee kleinere Gebietsgewinne verzeichnen.
In den besetzten Gebieten versuchte Russland teils auch mit Desinformation die Menschen an eine neue Realität zu gewöhnen. Vereinzelt wurde von Partisanen-Aktionen in diesen Gebieten berichtet. Weiterhin beschoss Russland die Ukraine mit Fernlenkwaffen, doch Analysten stimmten darin überein, dass Russland die moderne Munition ausgehe. Darum setzte Russland wenig präzise Lenkwaffen aus der sowjetischen Zeit ein. Ein Beispiel ist der Raketenangriff vom 27. Juni in Krementschuk, als einer von zwei ungenauen Ch-22-Marschflugkörpern ein Einkaufszentrum anstelle der mutmaßlich angepeilten Baumaschinenfabrik traf.
Ende Juni zogen sich die russischen Kräfte nach verstärktem ukrainischen Beschuss von der im westlichen Schwarzen Meer gelegenen Schlangeninsel zurück; damit endete weitgehend auch der Einsatz der russischen Schwarzmeerflotte, die danach nicht weiter in Erscheinung trat und später auch von der Krim in das östliche Schwarze Meer verlegt wurde.
Stillstand und Stellungskrieg (Juli und August 2022)
Lagebild des britischen Verteidigungsministeriums vom 1. Juli 2022
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, Juli und August 2022
Anfang Juli erlangten russische Truppen nach wochenlangen Kämpfen volle Kontrolle über die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk und deren unmittelbare Umgebung. In den folgenden Wochen der Sommermonate Juli und August setzten die russischen Streitkräfte ihre offensiven Aktionen im Osten der Ukraine fort, ohne jedoch weitere größere Geländegewinne zu machen. Währenddessen kam es auf ukrainischer Seite vermehrt zum Einsatz westlicher Waffen, insbesondere der von den USA gelieferten HIMARS-Artilleriesysteme, die zunehmend militärische Ziele im Hinterland der russischen Front, u. a. Kommandostände, Munitionslager und Verpflegungspunkte, unter Beschuss nahmen. Dabei kam es auch erstmals zu Angriffen auf militärische Ziele auf der Krim, die von Russland seit deren völkerrechtswidriger Annexion im Jahr 2014 als Bestandteil des nationalen Territoriums betrachtet wird.
Unter öffentlichen Spekulationen einer möglichen ukrainischen Offensive im Raum Cherson verlegte das russische Kommando beträchtliche Truppen über den Dnepr in westliche Richtung, während die ukrainischen Streitkräfte eine systematische Zerstörung aller Flussquerungen durch Beschuss mit Präzisionsgeschossen betrieben und damit die Logistik der Russen beeinträchtigten. Ende August gingen die ukrainischen Streitkräfte in dem Frontabschnitt Cherson vermehrt in die Offensive.
Ukrainische Offensiven im Süden und Osten (September und Oktober 2022)
Lagebild des britischen Verteidigungsministeriums vom 1. September 2022
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, September und Oktober 2022
Die ukrainische Armee hielt den Druck ihrer Gegenoffensive im Raum Cherson aufrecht. Anfang September starteten die ukrainische Streitkräfte eine von kaum jemand erwartete Gegenoffensive im Raum Charkiw und konnten in wenigen Tagen erhebliche Gewinne erzielen, nachdem die russische Front bei Balaklija zusammenbrach. In wenigen Tagen konnten die Ortschaften Kupjansk, Isjum in der Oblast Charkiw befreit werden; wenig später erfolgte die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk. Im Oktober 2022 gelang den ukrainischen Truppen auch ein Vordringen in die Oblast Luhansk. Auch im Süden wurden Geländegewinne erzielt. Die strategisch wichtige Krim-Brücke über die Meerenge von Kertsch wurde am 8. Oktober 2022 durch eine oder mehrere Explosionen und einen daraus entstehenden Brand beschädigt. Dadurch wurde die Versorgung der südlichen Front um Cherson erschwert. Am 29. Oktober erfolgte seitens der Ukraine ein koordinierter Angriff mit Drohnen auf im Hafen von Sewastopol liegende Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte. Ab Ende Oktober versuchte Russland, den Konflikt einzufrieren, um Zeit zu gewinnen und den europäischen Unterstützern das Gefühl einer Aussichtslosigkeit zu vermitteln.[8] Russland griff mit Raketen und vom Iran gelieferten Einweg-Drohnen die zivile Infrastruktur des ganzen ukrainischen Hinterlandes an, wodurch nach Angaben des ukrainischen Staates mindestens ein Drittel der ukrainischen Stromanlagen zu Schaden gekommen ist. Seitdem waren zeitweise mehrere Millionen Menschen in der Ukraine vom Stromnetz getrennt, um den noch vorhandenen Teil des Stromnetzes nicht zu überlasten.[9][10][11][12]
Befreiung der Stadt Cherson und russische Luftkampagne gegen Infrastruktur (November und Dezember 2022)
Lagebild des britischen Verteidigungsministeriums vom 1. November 2022
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, November und Dezember 2022
Anfang November setzten ukrainische Truppen ihren Vormarsch auf die Stadt Cherson fort; die russischen Truppen zogen sich vom westlich des Dnepr liegenden Gebiet der Oblast Cherson zurück, so dass jener Teil der Oblast am 11. November befreit wurde. Gleichzeitig setzten die russischen Kräfte über den gesamten Zeitraum ihre Luftschläge gegen ukrainische Infrastruktur fort, indem sie in insgesamt über zehn großen koordinierten Wellen von jeweils ca. 100 Raketen und Flugkörpern gleichzeitig starteten, u. a. um die Flugabwehr zu überwältigen; die ukrainische Verteidigung, die durch westliche Waffenlieferungen verstärkt worden war, konnte jedoch eine immer größere Anzahl der Geschosse abfangen. Auf dem Terrain war das weitere Geschehen durch die herbstliche Schlammsaison gekennzeichnet, sodass Bodentruppen nur geringe Geländegewinne machen konnten. Die russischen Truppen, gestützt auf die Söldner der Gruppe Wagner, setzten ihre seit Monaten laufende Offensive gegen die Stadt Bachmut im Donbas erfolglos fort und erlitten, wie auch ukrainisches Militär, bei der Schlacht um jene Stadt hohe Verluste. Ukrainische Truppen konzentrierten ihre Bemühungen außerdem auf die Eroberung der strategischen Achse Swatowe – Kreminna in der Oblast Luhansk; sie konnten die russischen Truppen nur um wenige Kilometer zurückdrängen, standen aber Ende Dezember kurz vor Kreminna.
Russische Angriffe an der Frontlinie (Januar und Februar 2023)
→ Hauptartikel: Chronik des russischen Überfalls auf die Ukraine, Januar und Februar 2023
Im Winter 2022/23 griffen russische Truppen an mehreren Frontabschnitten an und gewannen die Initiative von den Ukrainern zurück – im Bereich Bachmut wurde die Kleinstadt Soledar unter Einsatz der Söldner der Gruppe Wagner eingenommen. An anderen Stellen des Frontverlaufs erlitten russische Truppen hohe Verluste ohne nennenswerte Geländegewinne, so im Bereich Wuhledar. Gleichzeitig sagten westliche Staaten der Ukraine weitere Waffenlieferungen zu, insbesondere Kampf- und Schützenpanzer westlicher Bauart.
Verlauf (ab März 2023)
1. März
Die ukrainischen Streitkräfte berichteten in der Ostukraine, dass russische Truppen bei Bachmut weiter vorrückten, russische Angriffe nordwestlich und südlich von Kreminna aber zurückgedrängt werden konnten.[13] Die Ukraine hat die Verantwortung für mehrere Drohnenabstürze seit Beginn der Woche in Russland, einige davon hunderte Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, zurückgewiesen.[14] Das finnische Parlament hat mit 184 zu 7 Stimmen für einen Regierungsvorschlag zur Gesetzgebung zum NATO-Beitritt gestimmt.[15] Recherchen der New York Times in Wuhledar, aus dessen Umgebung im Februar Bilder vieler zerstörter russischer Panzer in soziale Medien gelangten, ergaben, dass sich der russische Angriff auf die Stadt zur bisher größten Panzerschlacht des Krieges über drei Wochen im Februar ausgeweitet hatte, in der die russische Armee unterlag und große Verluste erlitt. Die ukrainische Seite schätzt, dass insgesamt 130 russische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge zerstört wurden. Die ukrainische Armee soll dabei feindliche Panzer in vorbereitete Hinterhalte gelockt und sie dort mittels Panzerabwehrwaffen, Kampfdrohnen, Panzerminen, Artillerie und HIMARS-Raketen zerstört haben. Russisch-nationalistische Militär-Blogger machten den russischen Befehlshaber in Wuhledar, Rustam Muradow, für die Niederlage verantwortlich und sehen diese, wie die New York Times und das ISW,[16] als weiteren Beweis für Inkompetenz der russischen Militärführung, die frühere taktische Fehler des Einsatzes von Panzern als ungeschützte Vorhut wiederholte, was bereits mehrfach im Krieg zur Zerstörung einer großen Anzahl russischer Panzer führte.[17][18] Ukrainische und westliche Medien sehen als weitere Ursache das eilige Ersetzen früherer Verluste durch unzureichend geschulte und unerfahrene Rekruten, die oft unter Zwang entgegen ihrer Eignung eingesetzt werden, weshalb viele Panzer erneut (wie im Mai 2022, als etwa 50 russische Kampfpanzer bei einer Überquerung des Siwerskyj Donez zerstört wurden[19]) in Kolonnenformation in Hinterhalte gefahren sein sollen.[16]
Der belarussische Präsident Aljaksandr Lukaschenka sprach sich bei einem Staatsbesuch in China mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping für einen Waffenstillstand aus. Er bekräftigte seine Unterstützung für den am 24. Februar 2023 vorgestellten Plan Chinas zur Beilegung des Krieges.[20][21]
2. März
Laut dem ukrainischen General Wiktor Nasarow übersteigt die russische Feuerkraft die der Ukraine um ein Dreifaches. Im Jahr 2022 habe jedoch noch ein deutlicheres Missverhältnis von 10:1 vorgelegen. Die Ukraine verbrauche aktuell in drei Tagen etwa 14.000 Granaten. Auch habe die ukrainische Kampfkraft seit dem letzten Jahreswechsel nochmals „erheblich zugenommen“. Von Beginn des Krieges, im Februar 2022, bis März 2023 habe sich sowohl die Truppenstärke als auch die Anzahl der Brigaden der ukrainischen Streitkräfte „in etwa vervierfacht“. Stand März 2023 verfüge das ukrainische Militär über etwa 100 Brigaden. In der Ukraine habe die Mobilisierung „nie aufgehört, sie wurde in Etappen durchgeführt“, um die Verluste zu kompensieren. Um russische Artilleriepositionen und Munitionslager zu treffen und dadurch Russlands „massiven Einsatz von Infanterie“ unwirksam zu machen, benötige die Ukraine GLSDB und ATACMS. Diese seien von „kritischer Bedeutung“ und würden „Bedingungen für weitere Offensiven“ der ukrainischen Streitkräfte schaffen. Moderne Kampfjets westlicher Bauart benötige die ukrainische Luftwaffe nach Angaben Nasarows, um den Luftraum effektiver zu schützen bzw. bestimmte russische Raketen abzufangen, die sie bisher nicht abfangen könne. Nach Angaben des Spiegel haben russische Raketen- und Drohnenangriffe im Februar 2023 „deutlich abgenommen“. Dies ist laut Nasarow auf leere Lagerbestände der russischen Streitkräfte zurückzuführen. Überreste von Raketen, die die russischen Streitkräfte nun benutzen, zeigten, dass sie „in den vergangenen Monaten“ angefertigt wurden.[22]
Bei einem russischen Raketenangriff auf ein fünfstöckiges Wohnhaus in der Stadt Saporischschja kamen nach Behördenangaben mindestens vier Menschen ums Leben, vier wurden verletzt.[23]
Weblinks
Commons: Russischer Überfall auf die Ukraine 2022 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews: Russischer Überfall auf die Ukraine 2022 – in den Nachrichten
Wikisource: Order of 16 March 2022 – Quellen und Volltexte (englisch)
Karte bzw. Übersicht des Kriegsgeschehens mit Zeitleiste diesbezüglicher Nachrichten auf liveuamap.com (mehrsprachig)
Karte zum aktuellen Kriegsverlauf inklusive Angriffsrichtungen auf deepstatemap.live (mehrsprachig)
Karte mit aktuellen Feuer- und Explosionsmeldungen der NASA (englisch)
Tägliche Zusammenfassung des Kriegsverlaufs in der Ukraine durch das ISW (englisch)
Analysen und Berichte zum aktuellen Geschehen in der Ukraine auf laender-analysen.de
Einzelnachweise
Zehn Erkenntnisse aus neun Monaten Krieg tagesanzeiger.ch, 12. November 2022.
Mykhaylo Zabrodskyi, Dr Jack Watling, Oleksandr V Danylyuk and Nick Reynolds: Preliminary Lessons in Conventional Warfighting from Russia’s Invasion of Ukraine: February–July 2022, RUSI, 30. November 2022 – relevantere Stellen bestimmt aufgrund Британский институт RUSI вместе с ВСУ выпустил доклад о первых месяцах войны, Meduza, 1. Dezember 2022
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Wolodymyr Selenskyj: »Wir geben keinen einzigen Zentimeter unseres Landes auf«. In: Der Spiegel. 8. November 2022, abgerufen am 9. November 2022.
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Ukraine-News am Donnerstag: IAEA sieht keine Hinweise auf »schmutzige Bombe« in der Ukraine. In: Der Spiegel. 3. November 2022, abgerufen am 3. November 2022.
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